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Kriminalität

NIUS enthüllt, wer hinter der Ideologie vom Berliner Brandanschlag steckt – und wie die Linksextremisten mit Steuergeldern finanziert werden

  • Linksextremistisches Treffen in Basel: Die Gruppe Çapulcu diskutierte bei einem konspirativen Treffen den Berliner Stromanschlag als „symbolisch, aber nicht schlecht“ und erörtete weitere Terror-Anschläge auf Einrichtungen von Elon Musk oder pro-männliche Influencer-Veranstaltungen. Anleitungen zum Vernichten von DNA-Spuren liegen herum.
  • Investigativreporter von NIUS geben Einblick in eine Szene, die offenkundig direkte Verbindungen zu den „Vulkangruppen“ hat. Diese zeichnen sich für den Anschlag in Berlin verantwortlich, der vergangene Woche einen viereinhalbtägigen Blackout verursachte.
  • Die Szene wird mit Steuergeld gefördert: Der Arbeitgeber des Çapulcu-Kollektiv-Anführers Guido Arnold erhielt über 145.000 Euro vom Bildungs- und Familienministerium unter den Ex-Ministerinnen Lisa Paus (Grüne) und Stark-Watzinger (FDP). Ein Projekt, bei dem es beteiligt war, erhielt vom Familienministerium über 555.000 Euro im Rahmen von „Demokratie leben“.
  • Der Verlag, in welchem das Çapulcu-Kollektiv publiziert, wird mit Kanzleramt-Geldern gefördert: Arnold veröffentlichte Bücher im Unrast-Verlag, in welchem zu Linksterrorismus aufgerufen wird – und der 50.000 Euro vom Merz-Vertrauen und Kulturstaatsminister Wolfram Weimer erhielt.

Neun Tage sind seit dem verheerenden Anschlag auf ein Kabelwerk in Berlin-Lichterfelde vergangen. Der Brand in einem Kabelhaus schnitt mehr als 130.000 Menschen in der Hauptstadt für 101 Stunden vom Strom ab. Wer hinter der Sabotage steckt, ist nach wie vor ungeklärt. Nach Informationen von NIUS tappen die Ermittler im Dunkeln, wohl auch, weil am Tatort forensische Spuren fehlen. Die „Vulkangruppe“, die sich zu dem Brandanschlag bekannte, agiert zudem konspirativ und professionell, heißt es von Seiten der Ermittler. Doch erstmals hat NIUS eine Spur aufgespürt, die zu Aktivisten führt, deren Gedankengut und Weltbilder denen der Berliner Täter in erschreckender Weise gleichen – und die weitere Anschläge planen.

Am Samstagabend ist es in Basel auf vier Grad Außentemperatur abgekühlt, in einem Hinterhof im Stadtteil Klybeck weht ein kalter Wind. Im Halbdunkel einer unscheinbaren Tür, die in das Hinterhaus des „neuen kinos“ führt, versammeln sich Personen in schwarzer Kleidung, Turnschuhen und Kapuzenpullis. An dem Abend soll um „Big Tech goes MAGA – eine faschistische Allianz“ gehen, so kündigt ein linker Blog den Abend an. Das Çapulcu-Kollektiv, eine Anarchisten-Gruppierung aus Deutschland, das sich selbst als „Kollektiv“ beschreibt, ist dafür extra in die Schweiz angereist. In Basel werden die Aktivisten stundenlang erörtern, weshalb Techgiganten ein gesellschaftliches Übel darstellen – und wie man sie mittels Anschlägen schwächen könnte.

Schauplatz eines anarchistischen Vernetzungstreffens: Das „neue kino“ in Basel.
Schauplatz eines anarchistischen Vernetzungstreffens: Das „neue kino“ in Basel.

Was die Teilnehmer nicht wissen: Auch NIUS hat sich unter die Teilnehmer gemischt. Die Recherche in der autonomen Szene bietet Einblick in die Gedankenwelt von radikalen Technologiefeinden, die sich abschotten, vernetzen, Terroranschläge auf kritische Infrastruktur planen, und: zwischen denen und der „Vulkangruppe“ offenkundige Verbindungen bestehen – der Gruppe, die jüngst einen Terroranschlag auf die Strom-Infrastruktur den Berliner Südwestens verübte.

Etwa dreißig Personen finden sich an dem Abend in Basel ein, darunter Linksradikale aus der Region. Die Stimmung ist gedämpft und geheimniskrämerisch. Auf einem Tisch liegen Hefte aus: „Tails“, „Disrupt“ und „Disconnect“, aber auch andere Publikationen, die ins Auge fallen. Ein Heft trägt den Titel „Wie verwische ich meine DNA-Spuren?“, mit expliziten Tipps zur „Vermeidung“ und „Entfernung“ von DNA an Tatorten, etwa durch Chemikalien wie Natriumhypochlorit, Formaldehyd, Ethylenoxid oder Peressigsäure. Ein anderes Heft zeigt einen Strommast auf dem Cover, der Titel lautet: „Erhobenen Hauptes. Flammenden Herzens“. Es handelt sich um eine Sammlung von Texten über einen Anschlag auf auf die Enegerieinfrastruktur, veröffentlicht auf der linksextremen Plattform Indymedia, wo sich Linksradikale regelmäßig zu Anschlägen bekennen.

Bei Çapulcu in Basel wird gelehrt, wie man DNA an Tatorten vernichten könne: Auch die Vulkangruppe hinterließ keine forensischen Spuren.
Bei Çapulcu in Basel wird gelehrt, wie man DNA an Tatorten vernichten könne: Auch die Vulkangruppe hinterließ keine forensischen Spuren.

Handreichung zu linksextremen Aktivismus: Die Broschüren von Basel.
Handreichung zu linksextremen Aktivismus: Die Broschüren von Basel.

Im Zentrum der Veranstaltung steht ein Mann namens Guido Arnold. Der Mann gilt als zentrale Figur des Çapulcu-Kollektivs, das an diesem Abend im „neuen kino“ gastiert. Ob es überhaupt andere Mitglieder gibt, ist unklar. Bei öffentlichen Auftritten tritt ausschließlich Arnold in Erscheinung. Auch heute ist er allein für das „Kollektiv“ vor Ort.

Arnold referiert neunzig Minuten lang und trägt dieselben Inhalten vor, die seine Gedankenwelt seit Jahren prägen – und die sich auch bei der „Vulkangruppe“ wiederfinden werden: Technik sei intrinsisch feindlich, entwickelt von Figuren wie Elon Musk oder Peter Thiel, die „protofaschistische“ Ideen vertreten würden. Der hagere Mann mit Funktionsmütze und Nickelbrille warnt vor einer „Schieflage“ in der Tech-Branche, die Faschismus fördere: „In welcher Relation das zu einer faschistischen Bewegung in den USA steht, das würde ich gerne ein bisschen genauer analysieren.“

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    Arnold in einem Selfie-Video aus dem Jahr 2018, in dem er seinen Protest gegen Jeff Bezos und Amazon ankündigt.

    Kritische Männlichkeit, staatliche Registerlisten und Elon Musk als Anschlagsziele

    Nach dem Vortrag bilden die Anwesenden einen Stuhlkreis. Die Diskussion ist mitgeplant – als essentieller Teil der für vier Stunden angesetzten Veranstaltung. Über eine Stunde lang dreht sich dann erst einmal alles um den Ausstieg aus dem digitalen Leben; Arnold lässt der Debatte freien Lauf. Lediglich, als es für einen Moment um die Frage des Aktivismus geht, wird er kurz entschieden. „Fridays for Future“ und ähnliche Bewegungen seien ja wohl endgültig „gescheitert“.

    Als nach nur vier Stunden nur noch etwa fünfzehn Personen übrig geblieben sind, rückt der Kreis enger zusammen. Und: Arnold spricht von „konkreten Angriffspunkten“. Er nennt Institutionen der „Tech-Faschisten“ wie beispielsweise Elon Musk: „Ich würde in den USA gucken: Wo ist denn das Institut, das genau diese Forschung von Elon Musk betreibt? Wo werden Kandidaten für künstliche Gebärmütter durchgetestet? Das wäre für einen physischen Angriff natürlich geradezu ausgezeichnet.“