Bundeswehr in die Ukraine? :
Keine Geisterdebatte führen, sondern den Taurus liefern

Berthold Kohler
Ein Kommentar von
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Die von der Bundeswehr herausgegebene Aufnahme zeigt ein  Tornado-Kampfflugzeug, das mit dem Lenkflugkörper Taurus bestückt ist und bei der Übung „Two Oceans“ in Südafrika im Einsatz ist.

Deutschland dürfte nur dann Truppen in die Ukraine schicken, wenn das auch Amerika täte. Das hat Trump aber ausgeschlossen.

Es ist klar: Wenn die Europäer Soldaten in die Ukraine schicken müssten, um einen wie auch gearteten „Frieden“ mit Russland abzusichern, könnte Deutschland sich nicht wegducken. Gemeinsam in einen solchen Einsatz zu gehen, wäre nicht nur ein Gebot der Solidarität mit unseren Nachbarn und Verbündeten, sondern auch ein unerlässliches Signal der Entschlossenheit und Geschlossenheit des freien Europas an Putin.

Wie wollte Berlin, größter und überzeugtester Unterstützer der Ukraine, auch begründen, dass nur andere „mehr Verantwortung übernehmen“ sollen, wenn es ernst wird? Derzeit weiß zwar noch niemand, wo die Bundeswehr die Soldaten und das Material hernehmen könnte, die für einen solchen Einsatz gebraucht würden. Mit diesem Problem hätten aber auch alle anderen europäischen Staaten zu kämpfen.

So schnell marschieren die Preußen nicht

Doch so schnell, wie jetzt die Diskussion darüber aufloderte, ob die Bundeswehr dabei sein solle, werden die Preußen nicht marschieren. Die Amerikaner fragen zwar schon überall ab, wer zu einer solchen Mission was beitragen könne. Doch es ist noch völlig unklar, wie die Aufgabe und die Ausgestaltung eines Einsatzes aussehen würden – und ob es überhaupt jemals so weit kommt.

Zu den „Grundursachen“ seines Angriffskrieges gegen die Ukraine, die beseitigt werden müssten, zählt Putin immer das Vorrücken der NATO im Osten Europas. Eher bekommt Trump den Nobelpreis für den klügsten Präsidenten aller Zeiten, als dass Putin die Stationierung von Truppen aus NATO-Staaten an der Grenze zu Russland akzeptieren würde.

Trump schickt keine Truppen

Deutschland könnte auch nur dann eigene Soldaten mit dem nötigen „robusten“ Mandat in die Ukraine entsenden, wenn seine nuklear bewaffnete Schutzmacht Amerika das auch täte – da muss man der SPD zustimmen. Die Entsendung von Bodentruppen hat Trump jedoch schon kategorisch ausgeschlossen.

Putin wird bei allen Gesprächen und Verhandlungen weiter gnadenlos auf Zeit spielen, die er dazu nutzt, um auf den Schlachtfeldern vorzurücken. Anstatt sich an jedenfalls derzeit unwahrscheinlichen Szenarien abzuarbeiten, sollte der Westen sich auf das konzentrieren, was jetzt wichtiger und dringender ist: der Ukraine noch engagierter in ihrem Existenzkampf zu helfen, vor allem mit der Lieferung von Waffen.

Deutschland sollte Kiew endlich den Taurus liefern, auch der wäre eine deutliche Botschaft an Putin. Aber auch die schwarz-rote Koalition diskutiert im Zweifel lieber über eine Friedensmission, so unrealistisch sie auch sein mag.

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